10 Euro Gedenkmünze Gräfin Dönhoff 2009

Durch eine Verschiebung des Ausgabetermins wird die letzte deutsche 10 Euro Münze in diesem Jahr erst am 30. November 2009 erscheinen. Gewidmet ist die Gedenkmünze dem „100. Geburtstag vom Marion Gräfin Dönhoff“. Dönhoff (1909-2002) hat sich in ihrem Leben vor allem als Chefredakteurin und Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“ verdient gemacht. Insofern meines Erachtens ein würdiger Anlass für die Münzausgabe, wobei man über die Gestaltung der Münze sicherlich wieder diskutieren kann. Informationen vor allem über das Leben von Gräfin Dönhoff enthält der gewohnte Artikel vom Pressedienst Numismatik:

(pdn) Die letzte Silber-Gedenkmünze dieses Jahres ist dem Andenken einer besonders beherzten und couragierten Frau gewidmet: Die ehemalige Herausgeberin der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ und Autorin zahlreicher Bücher, Marion Gräfin Dönhoff, hat zeitlebens Missstände angeprangert und ist gleichzeitig für Aussöhnung eingestanden. Am 2. Dezember 2009 wäre sie 100 Jahre alt geworden.Die versöhnende Haltung der großen Publizistin wird auch durch die Randinschrift der neuen 10-Euro-Silber-Gedenkmünze deutlich: „LIEBEN OHNE ZU BESITZEN“ ist ein Zitat aus Dönhoffs Buch „Kindheit in Ostpreußen“ von 1988. Darin schreibt sie: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der höchste Grad der Liebe zur Heimat dadurch dokumentiert wird, dass man sich in Hass verrennt gegen diejenigen, die sie in Besitz genommen haben. Und dass man jene verleumdet, die einer Versöhnung zustimmen … Vielleicht ist dies der höchste Grad der Liebe: zu lieben ohne zu besitzen.“

Diese Sätze gewinnen um so mehr an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass Marion Hedda Ilse Gräfin von Dönhoff vor hundert Jahren auf einem alten Familiensitz, im ostpreußischen Schloss Friedrichstein geboren wurde. Bei Einmarsch der Sowjets im Januar 1945 musste die Gräfin das heimatliche Gut verlassen. Sie floh auf ihrem Pferd Alarich vor den vorrückenden Truppen der Roten Armee. Der Ritt sollte sieben lange Wochen dauern, bis sie 1200 Kilometer weiter westlich erst beim Grafen von Metternich in Westfalen unterkam, bevor sie schließlich in Hamburg landete, wo sie „eher zufällig im Journalismus“ anfing.

Marion Gräfin Dönhoff hatte vor dem Krieg in Potsdam und Frankfurt Volkswirtschaft studiert und flüchtet als Gegnerin des NS-Regimes nach der Machtergreifung 1933 in die Schweiz. Nachdem sie 1938 die Verwaltung des Familiengutes in Ostpreußen übernommen hatte, war sie bis Kriegsende auch als Kurier und Verbindungsfrau im Widerstand aktiv. Nach dem missglückten Attentat auf Hitler wurde sie von der Gestapo verhört, aber wieder freigelassen.

Ihre „preußischen Tugenden“ wie Selbstdisziplin, Unbestechlichkeit und Ehrlichkeit kommen auch auf der neuen 10-Euro-Silber-Gedenkmünze zur Geltung. Beim prämierten Entwurf des Münz-Designers Prof. Christian Höpfner aus Berlin gefiel der Fachjury des Bundesfinanzministeriums besonders die scharf geschnittene Silhouette des Porträts sowie der Verzicht auf Dekor und Symbolik – was das Wesen ihrer Person treffe. Ganz so wie es Helmut Schmidt, Altbundeskanzler und seit 1983 Mitherausgeber der Zeit einmal umschrieben hat: „Ihr Adel hat sich nicht aus ihrer Herkunft ergeben, sondern aus ihrem Willen und ihrer Haltung.“

Spezifikationen:
Gedenkmünze Deutschland 2009: 10 Euro, Silber (925/1000), Gewicht 18 g, Ø 32,5 mm, Auflage 1,553 Millionen in Stempelglanz und 200.000 in Spiegelglanz (Polierte Platte), Prägestätte Hamburg (J). Randinschrift: LIEBEN OHNE ZU BESITZEN

10 Euro Münze Gräfin Dönhoff

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